Eine kurze Geschichte der Tischmanieren

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Adel verpflichtet – aber nicht zu gesittetem Essen

Lange Zeit sind die Sitten beim Essen wortwörtlich unter den Tisch gefallen. Noch im Mittelalter gab es so gut wie keine Regeln und es wurde einfach mit bloßen Händen gegessen. Erst zwischen dem 16. und 18. Jahrhundert bildete sich allmählich ein umfassender Verhaltenskodex heraus, der sich in den nachfolgenden Epochen nicht mehr groß verändert hat.

Selbst an königlichen Höfen herrschten früher unhygienische Verhältnisse. Egal, ob etwas vom Löffel oder von der Gabel fiel, es kam wieder zurück auf den Teller oder gleich direkt in den Mund. Immerhin wurde das Essen auf Geschirr serviert und nicht auf einem Stück Brot, wie noch in der Zeit davor. Der Griff zur Serviette war unter Adeligen noch der Griff zum Tischtuch – darin verschwanden Schweiß, Essens- und Trinkreste. Im Vergleich zum Mittelalter war das aber eine Verbesserung, denn da wischten sich alle die Hände an in ihrer Kleidung ab und Essensreste verschwanden unter dem Tisch. Ganz zur Freude der vierbeinigen Begleiter. Mit der Zeit wurden aber immer häufiger Regeln aufgestellt und es entwickelten sich auch kurzlebige, nicht wirklich praktische Angewohnheiten.

Wie der Stand – so die Marotten

Skurril war eine bestimmte Gepflogenheit, die der französische Hochadel annahm, um sich vom gemeinen Bürgertum abzuheben: Der Kaffee wurde zur Abkühlung in die Untertasse gegossen und auch direkt aus ihr getrunken. Nachdem aber diese kuriose Sitte in den Provinzen angekommen war, hatten Adel und hohes Bürgertum sie längst wieder abgelegt.

Der Aufklärer – nicht nur in Sachen Benehmen

1788 erschien die erste Auflage „Vom Umgang mit Menschen“ von Freiherr Adolph von Knigge. Das „von“ strich er angeblich aus seinem Namen, da er kein Freund des Adels war, sondern sich ganz allgemein seinen Mitmenschen verschrieb. Denn das Wichtigste für Herrn Knigge waren der Respekt und die Aufmerksamkeit gegenüber anderen – egal ob blaublütig oder einfacher Bauer. So ging es in seinem Buch eher um angewandte Soziologie, aber auch um Taktgefühl, Höflichkeit und Tischregeln.

Nicht alle davon werden bei uns heute noch befolgt. Aber worauf ihr beim Essen in der weiten Welt achten solltet, könnt ihr gern auf Facebook oder Instagram nachlesen.

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