Gestern, heute, morgen: eine Küchen- und Küchenkonzept-Reise durch die Jahrhunderte (Teil 1)

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Am Anfang war das Feuer

Tausende von Jahren bereiteten unsere Vorfahren ihre Nahrungsmittel mit Steinkeilen zu. Doch mit dem Feuer begann eine neue Ära in der Menschheitsgeschichte.

Der griechischen Mythologie zufolge war es Prometheus, der den Menschen das Feuer brachte. Für diese Gabe wurde er hart bestraft – Zeus ließ ihn an einen Felsen des Kaukasus fesseln. Doch für die Menschen veränderte sich durch seine Tat alles. Insofern haben Mythologie und Realität vieles gemeinsam.

Tatsächlich hat das Beherrschen des Feuers die Menschen geprägt, die sozialen Gefüge verändert und nicht zuletzt die Welt des Kochens erst möglich gemacht. Wahrscheinlich war es nur ein Zufall, vielleicht sogar ein Missgeschick – aber es war der Moment, der alles veränderte, als vor etwa 75.000 Jahren ein Stück Antilopenfleisch in ein Feuer fiel.

Dank des Einsatzes von Feuer und damit Hitze waren Nahrungsmittel leichter verdaulich, ergaben sich völlig neue Geschmackswelten und die Palette essbarer Rohstoffe selbst erweiterte sich um ein Vielfaches. Viktualien waren nun besser kombinierbar, konservierbar und schmackhafter. Das Kochen war erfunden.

Die kochen, die Römer …

Bis zur Küche, wie wir sie kennen, brauchte es aber noch einige tausend Jahre. Die Grundlage dessen, was wir heute unter einer Küche verstehen, findet sich im alten Rom. Erstmals gab es nun separate Räume für die Herstellung von Mahlzeiten, die Verwendung von Backöfen und die Herstellung von Bieren. Zu dieser Zeit versammelte man sich in Nordeuropa immer noch an zentral gelegenen Feuerstellen – wenn auch schon an einem geschmiedeten Kessel. Die Ernährung mit Brot und Suppe, die teilweise wochenlang im Kessel vor sich hin köchelte, änderte sich auch im Laufe des Mittelalters in Nordeuropa kaum.

Die Küche kultiviert

Im 18. Jahrhundert legten die Menschen dann den Grundstein für gehobene Kochkultur. Beim Bau von Schlössern, Burgen und Abteien hielt die Küche im Nebengebäude Einzug. Das Kochen wurde zu einem Ausdruck kultivierter Lebensweise, die Küche hatte erstmals den Rang eines Statussymbols. Eisenherde, die eine gewisse Form der Hitzeregulierung ermöglichten und damit auch den Verbrauch der notwendigen Brennstoffe besser kalkulierbar machten, waren die wesentlichen Kücheninnovationen jener Tage. Mit der industriellen Revolution folgten auch die Entwicklungen vieler Küchengeräte und Küchenkonzepte, wie wir sie heute kennen. 1850 zum Beispiel wurde der Gasofen entwickelt, 1870 entstand die künstliche Kühlung und auch eine Geschirrspülmaschine war bereits gedacht und geplant.

Zeit für etwas Strom

Mit der Entwicklung und Verwendung kleiner Elektromotoren in den 20ern des letzten Jahrhunderts wurde die Küche dann immer mehr Hort moderner Küchengeräte und es entwickelte sich eine Kochkultur. Der Fokus lag mehr und mehr auf der Gestaltung funktionaler Technologie in Anlehnung an Arbeitsprozesse in der Küche – künstlerische Gestaltung und Zierrat rückten in den Hintergrund, die Form begann der Funktion zu folgen.

… So weit für heute. Doch die Geschichte ist längst nicht am Ende. Und wir damit auch nicht.

Bald geht’s weiter …

 

Bildquellen:

1 – Kochgerät aus der Jungsteinzeit: Sandstein unter CC BY 3.0 [Bildauschnitt]
2 – Villa Rustica Ahrweiler Küche: Mediatus unter CC BY 3.0
3 – Alte Küche in der Eremitage Blaca: WolleKA unter CC BY-SA 3.0 [Bildausschnitt]

Kommentare

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