Haustiere mit einem gewissen Mehrwert

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„Mama, Papa! Ich will ein Haustier!“ Eltern kennen diese Bitte nur zu gut. Wir hätten da eine interessante Alternative: Regenwürmer. Zugegeben, Regenwürmer zu streicheln macht nicht halb so viel Spaß wie bei einem Hund, ganz zu schweigen vom Gassi gehen. Auf den zweiten Blick jedoch sind die erdaufwühlenden Würmer praktische und umweltfreundliche Zeitgenossen. Sie benötigen nicht viel Platz und von einer Regenwurmallergie haben wir bis dato auch nichts gehört. Der wohl mit Abstand beste Aspekt dieser wirbellosen Haustiere ist aber, dass sie aus unserem Bioabfall wertvollen Humus bzw. Kompost herstellen.

Wird Humus das neue Erdöl?

Wie hält man sich Regenwürmer für die Humusherstellung? Ein simples Behältnis und der hauseigene Biomüll reichen, um mit Hilfe der kleinen Tierchen das „Schwarze Gold“ herzustellen. Der Bioabfall wird von den Würmern in seine Grundsubstanzen zerlegt. Genauer: Mikroorganismen, Bakterien und Pilze schließen die Oberfläche der Abfälle. Dabei vermehren sie sich mit den gewonnenen Stoffen. Jetzt kommen die Würmer ins Spiel und fangen an, zahnlos wie sie sind, an den kleinen Organismen zu saugen. Dabei wird der kostbare Wurmhumus generiert. Dieser kann anschließend für Zimmer-, Balkon- oder Gartenpflanzen verwendet werden. Übrigens: Der Grund, warum Wurmhumus als schwarzes Gold bezeichnet wird, ist der Preis. Ein Liter des Wurmsekrets ist mittlerweile sogar teurer als ein Liter Erdöl.  Wer will, kann sich seine Kiste in Eigenregie basteln. Es gibt aber auch speziell vorgesehene Kisten, die als komplettes Set, bestehend aus Würmern, Erde, Hanfmatte und Mineralmischung, verkauft werden.

Die Speisekarte der Würmer

Ganz oben auf der Speisekarte stehen Obstreste. Aber auch Teebeutel, Eierschalen, Kaffeesatz und Gemüsereste vernaschen die Regenwürmer gerne. Hochglanzpapier darf aber nicht im Biomüll landen – das bekommt ihnen nicht. Am besten ist es, wenn der Bioabfall klein geschnitten wird und Zeitungspapier sowie trockene Blätter befeuchtet werden. Richtige Gourmets eben, unsere Regenwürmer. Milchprodukte, Zitrusfrüchte, Fleisch oder gar Knochen sollten nicht als Futter eingesetzt werden. Denn das Kompostieren fällt den Würmern erheblich schwerer und sie können daran zugrunde gehen.

Ein richtiger Schritt nach vorn

Dieses interessante Konzept der Biomüllverwertung kommt vor allem bei Städtern gut an, die bislang ihren Biomüll in den Restmüll geworfen haben. Ein weiterer Vorteil dieser „Wunderkiste“ ist, dass der Prozess der Humusgewinnung vollkommen geruchs- und geräuschlos passiert. Humus ist sogar so reich an Mineralstoffen und Mikroorganismen, dass selbst Ananas-Züchtungen im Großstadtdschungel gelingen. Wurmkompost ist also ein richtiges Wundermittel. Es hilft kranken oder müden Pflanzen wieder auf die Beine und lässt gesunde Pflanzen in voller Pracht erstrahlen.

In dieser Geschäftsidee steckt der Wurm drin – und das ist auch gut so.

Bilder © Neslihan Gunaydin on UnsplashMike Kenneally on Unsplash

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