Schnell und einfach erklärt: Big Data …

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… ist die Verarbeitung von großen Datenmengen, die von uns allen produziert werden. Jeder Like, jeder Einkauf, jede Transaktion und alles andere, was im Netz Spuren hinterlassen kann, wird gespeichert, analysiert und genutzt. Das hat Vor- und Nachteile. Am Ende des Tages kommt es darauf an, wie wir mit Big Data umgehen. Um euch dieses Phänomen noch besser zu verdeutlichen, schauen wir auf einen Sprung in die Vergangenheit.

Das moderne Orakel

In der Antike waren Orakel das Medium für alle sozialen Schichten. Meist waren es Priester, die dabei diese Rolle übernahmen. Bei wichtigen Entscheidungen wurde das Orakel befragt. In einer Art Trance nahm der Priester Kontakt zu einer höheren Instanz auf. Die dort empfangenen Informationen wurden dann zu einer Antwort gebündelt. Wie glaubhaft diese Antworten waren, blieb jedem selber überlassen.

So ähnlich funktioniert auch das Prinzip von Big Data. Es greift auf einen riesigen Pool an realen Daten zu und bündelt sie zu einer Schlussfolgerung. Mit deutlich höherem Wahrheitsgehalt.

Die Orakel unserer Zeit fallen in keinen Trancezustand. Onlinegroßhändler und viele andere Großkonzerne, können anhand von unseren Fußabdrücken im Netz zum Beispiel prophezeien, welches Produkt oder welche Dienstleistung Konsument X in absehbarer Zeit kaufen möchte. Ein bekanntes Beispiel dafür liefert ein Fall aus den Vereinigten Staaten.

Big Data weiß es schon

Nachdem ein Teenager in Amerika von einer großen Handelskette gezielte Werbung für junge Mütter bekommen hatte, sorgte dies beim Vater für Empörung. Er beschwerte sich beim Handelsunternehmen darüber, dass seine Tochter viel zu jung sei, diese Art von Werbung zu erhalten. Doch es stellte sich heraus, dass das Unternehmen wohl mehr wusste als der eigene Vater. Die Tochter war nämlich wirklich schwanger. Sie hörte zum Beispiel auf, Alkohol zu konsumieren und kaufte unparfümierte Lotionen. Der Handelskonzern zählte also mithilfe von Big Data eins und eins zusammen und lag mit der Schwangerschaft völlig richtig. Diese neue Art der gezielten Informationsstreuung ist aber nicht nur für einen höheren Absatz von Waren und Dienstleistungen gut zu gebrauchen.

Wer suchet, der gibt preis

Die bekannteste Suchmaschine der Welt konnte anhand der Suchanfragen von Nutzern Grippewellen noch vor den Gesundheitsbehörden vorherbestimmen. Das war der Startschuss für das Projekt „Goolge Flu Trends“. 29 Länder werden dabei analysiert, um so ein genaues Bild einer Grippeverbreitung zu zeichnen und dies den Behörden zu melden. So nett diese Aktion auch sein mag, der Suchmaschinengigant kann auch anders. Das patentierte „Dynamic Pricing Modell“ soll den Preis einer Ware oder einer Dienstleistung an die derzeitige Marktsituation aber auch an die Finanzstärke des jeweiligen Kunden anpassen. Das heißt: Jemand mit einem geringeren Einkommen zahlt für dasselbe Produkt weniger als eine Person, die ein höheres Einkommen hat. Apropos höherer Preis.

Zuckerbrot oder Peitsche

Wer durch eine Smartwatch seine Körperfunktionen überwachen lässt, könnte in naher Zukunft von seiner Versicherung durch geringere Beiträge belohnt werden. Die Kehrseite: Wer sich weigert diese persönlichen Informationen weiterzugeben, der könnte dadurch mit höheren Versicherungsbeiträgen sanktioniert werden. Das gilt auch für Autoversicherungen. Eine Person, die in sozialen Medien preisgibt, dass sie gern Autorennen besucht, muss vielleicht bald mehr für die Versicherung ihres Autos zahlen. Wie bereits gesagt, es kommt darauf an, wie man mit diesem immensen Wissensschatz umgeht.

Big Data: Koch, Arzt und vieles mehr

Web-Anwendungen sammeln Zutaten aus hunderttausenden Kochbüchern. Anhand des Kühlschrankinhalts stellen sie dann ein Rezept zusammen, das nachgekocht werden kann oder vielleicht sogar eines Tages von der Küche selbst gekocht wird. Aber Big Data hat nicht nur ein Gespür für individuelle Rezepte, sondern kann auch für präventive Zwecke eingesetzt werden.

Zum Beispiel bei der Früherkennung von Parkinson. Dabei wird in Zukunft nicht nur darauf geachtet, was eine Person in sein Smartphone tippt, sondern wie sie tippt. Die Frage nach dem Wie, wird somit ein möglicher Indikator für eine Parkinsonanfälligkeit.

Was noch alles möglich sein wird und wie Big Data sich auf unsere Gesellschaft auswirken wird, können wir zum jetzigen Zeitpunkt nicht genau vorhersagen. Es liegt in unseren Händen, diese relativ neue digitale Revolution in die richtigen Bahnen zu lenken, um einen gemeinschaftlichen Nutzen daraus ziehen zu können.

 

 

Bilder © Glenn Carstens-Peters on Unsplash; Edho Pratama on UnsplashArtur Łuczka on Unsplash

 

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