Schrott ist nicht immer gleich Schrott

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Wer kennt es nicht: Kurz nicht aufgepasst, fällt das Mobiltelefon zu Boden und das Glas zerspringt in tausend Stücke. Was tun? Eine Reparatur ist meistens fast ebenso teuer wie ein neues, viel besseres Modell. Also besorgen wir uns schnell Ersatz, doch wohin mit dem alten? Einfach in die Mülltonne? Lieber nicht. Elektroschrott wie Computer, Fernseher oder Kühlschränke enthalten giftige Elemente wie Gummi, Plastik, Keramik, Glas, Isolierungen. Aber eben auch noch viele hochwertige Rohstoffe, Metalle, Gold und Seltene Erden.

Wohin der Müll wandert

Da es in vielen Industrieländern zu teuer ist, diese Rohstoffe fachgerecht zu trennen und wiederzuverwerten, wandert ein Großteil unserer entsorgten Geräte in Schiffscontainern nach Westafrika, wo sie dann z. B. auf der Elektroschrottdeponie Agbogbloshie in Ghana landen. Dort werden die High-Tech-Statussymbole des westlichen „Way of life“ dann ganz unromantisch mit dem Hammer zerschreddert und verbrannt, um die wertvollen Metalle vom wertlosen Plastikschrott zu trennen. Schutzkleidung? Umweltstandards? Grenzwerte? Leider Fehlanzeige. Eine ungeheure Belastung für den Mensch, die Natur, die Luft und das Klima. Aber eben auch ein Business und Einnahmequelle für viele, weshalb es nicht so einfach ist, diesen schädlichen Warenkreislauf ohne Weiteres zu unterbrechen. Ein weiteres Beispiel dafür, wie sich manche Probleme global auswirken und nur mit gemeinsamen, internationalen Anstrengungen lösen lassen.

 

Ein Schatz in Schubladen

Fakt ist: 2016 kamen weltweit 44,7 Millionen Tonnen Elektromüll zusammen. Allein in Deutschland 23 kg Elektromüll pro Kopf. Jahr für Jahr. Und von der jedes Jahr aufs Neue verkauften Menge an Elektrogadgets kehrt nur knapp die Hälfte in sinnvolle Kreisläufe zurück. Die andere Hälfte? Belastet die Umwelt oder versauert in Kellern und Kisten. Das Bundesumweltamt berichtet, dass über 100 Millionen Alt-Handys – und somit auch 100 Millionen Alt-Akkus – in deutschen Schubladen auf ihre Entsorgung warten.

Wie also Elektromüll richtig entsorgen?

Wer sich nun fragt, wie man den fatalen Kreislauf aus Kaufen und Entsorgen beenden könnte – folgende Ratschläge kann jeder von uns ohne größeren Mehraufwand beherzigen.

Wegwerfen verboten: Elektroschrott ist alles, was einen Stecker, Batterien oder Akku hat. Diese Geräte müssen in Deutschland und der EU sachgerecht entsorgt werden und dürfen nicht in den Hausmüll. Das Ziel: Bis Ende des Jahrzehnts sollen mindestens 65 % der verkauften Elektrogeräte zurück in den Recyclingkreislauf wandern. Nur so können wertvolle Metalle sachgerecht wiederverwendet und schädliche Stoffe isoliert oder aufbereitet werden.

Rücknahme ist Pflicht: Seit Juli 2016 muss der Handel ausgediente Geräte zurücknehmen. Diese Regelung gilt auch für den Internet-Versandhandel. Betroffen sind alle Händler, die Elektronik auf über 400 qm anbieten bzw. lagern (Onlinehandel).

Rücknahme bedingungslos: Kleingeräte unter 25 cm müssen vom Handel ohne Wenn und Aber zurückgenommen werden, d.h. ohne dass ein neues Gerät gekauft wird.

Alt gegen neu: Kühlschränke, Fernseher und andere größere Elektrogeräte müssen kostenlos zurückgenommen werden, wenn dafür gleichzeitig ein neues Gerät angeschafft wird. Falls die Geräte noch funktionstüchtig sind, gibt es auch zahlreiche soziale Einrichtungen, die diese – je nach Zustand, Alter und Energieeffizienz – abnehmen und weiterverwenden bzw. -verkaufen.

Wertstoffhöfe: Als Alternative zur Händlerrücknahme gibt es das flächendeckende System der Wertstoffhöfe. Ideal, um beim Ausmisten auch größere Mengen privaten Elektromülls richtig zu entsorgen. Unter www.elektroschrott.de/wertstoffhoefe erfahrt ihr, wo die nächstgelegene Abgabestelle liegt.

Vermeiden, vermeiden, vermeiden

Soviel zur Entsorgung. Doch die wohl einfachste Möglichkeit, Elektroschrott zu reduzieren, ist ein bewusster Konsum. Vor dem Kauf solltest du dich fragen: Brauche ich das wirklich? Und wenn ja: Wie umweltfreundlich wurde das neue Gerät produziert? Gibt es langlebige Alternativen? Wird es zum Transport in unnötig viel Plastik und Schaumstoff verpackt? Nicht immer ist Verzicht die richtige Option, aber es macht natürlich einen riesen Unterschied, ob man ein einzelnes Haushaltsgerät 12 Jahre benutzen kann, oder ob man nach 3 Jahren bereits ein neues benötigt.

 

Gesunde Küche fängt bei der Kochfläche an

Nachhaltigkeit und Langlebigkeit sind auch wichtige Werte unserer Glaskeramik. So zeichnen sich unsere Kochflächen durch eine sehr lange Lebensdauer aus. Mit SCHOTT CERAN® haben wir eine Kochfläche, die den alltäglichen Beanspruchungen standhält – und die bei sachgerechter Nutzung und Pflege  auch nach Jahren noch aussieht wie am ersten Tag. Und ihr so sehr lange Freude daran habt.

Darüber hinaus fängt Umweltschutz bereits in der Herstellung an. Glaskeramik besteht zum Großteil aus Quarzsand, der fast unbegrenzt in der Natur vorkommt. Gleichzeitig verzichten wir auf den Zusatz der giftigen Schwermetalle Arsen und Antimon. Dafür wurden wir übrigens mit dem Deutschen Innovationspreis und dem Deutschen Nachhaltigkeitspreis ausgezeichnet.

 

 

 

Weitere Bilder © kinsey on Unsplash

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