Street Food Folge 3: Good chicken. Cheap chicken.

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Singapur. Eines der reichsten und saubersten Länder der Welt. Mit für uns zum Teil eigenartigen Gesetzen, wie zum Beispiel dem Verbot Kaugummi zu verkaufen. Seit 2004 wurde dieses allerdings gelockert – jetzt darf man zumindest zu medizinischen Zwecken Kaugummis auf Rezept erwerben und kauen. Hohe Geldstrafen stehen auf das Wegwerfen von Zigarettenstummeln oder anderem Schmutz. Was auf dem Rest der Welt leider zum Alltagsbild einer Stadt gehört, sucht man in Singapur so vergeblich.

Alles andere als teuer ist ein mittlerweile gar nicht mehr so kleiner Imbissstand in Singapur Chinatown. „Hawker Chan“ ist, spätestens seitdem er mit einem Michelin Stern ausgezeichnet wurde, ein wahrer Chef am internationalen Street Food Himmel. Seine Spezialität: Hühnchen eingelegt in einer selbstgemachten Sojasoße. Ein Gericht kostet den Gast umgerechnet gerade mal $ 1,85. Doch was macht seine Hähnchen so unwiderstehlich?

Hong Kong Soya Sauce Chicken Rice & Noodle

Der Name ist Programm und die Gerichte relativ überschaubar. Heute verkaufte Chan um die 180 Hühnchengerichte pro Tag. Das sind rund 30 Bestellungen mehr als vor seiner Auszeichnung. Damit ist er aber ziemlich stark ausgelastet. Mehr möchte er nicht an den Mann bringen, sonst würde die Qualität darunter leiden. Die Rezeptur seiner Sojasoße ist streng geheim. Kritiker, die extra nach Singapur gepilgert sind, um sich ein Bild von Chans Küche zu machen, fanden die Sojasoße süßer als andere. Aber perfekt abgestimmt. Serviert wird das auf der Zunge zergehende Hühnchen entweder mit Reis oder mit Nu deln. Wie gesagt, der Preis zergeht auch auf der Zunge. Denn was bekommt man heutzutage schon für umgerechnet € 1,45? Einen lächerlichen Burger eines großen Fast-Food-Giganten oder ein halbes „U-Bahn“ Sandwich mit reichlich künstlichen Geschmacksverstärkern darin.

Das Leiden des jungen Hawkers

Nachdem Singapur 1965 seine Unabhängigkeit von Malaysia erlangt hat, wurde es für Straßenhändler, auf Englisch „Hawker“, eng. Aus Hygienegründen wurden sie zeitweise arbeitslos, da sie ihre Geschäfte verloren und sie auch keinen direkten Zugang zu Trinkwasser hatten .

Deshalb wurden sie in das gleichnamige „Hawker-Quartier“ umgesiedelt. Von nun an durften sie ihrer Tätigkeit in Ruhe nachgehen. Unter besseren, hygienischen Bedingungen und in standardisierten kleinen Geschäften. Trotz allem war die Tätigkeit als Straßenhändler kein Zuckerschlecken. Chan kann sich noch genau daran erinnern, wie sein Vater bis zu 20 Stunden pro Tag, im Stehen, auf engem Raum und unter ständiger Hitze Gerichte kochte. Heute arbeitet Chan zwar auch noch sehr hart, aber er hat mittlerweile Unterstützung anstellen können. Leicht war es nicht jemanden zu finden, der auf so engem Raum zu Höchstleistungen aufblüht. Das Gehalt ist auch nicht gerade erwähnenswert.

Mittlerweile ist Chan auf der ganzen Welt bekannt und Menschen aus allen Herren Ländern kommen um seine simplen, aber extrem leckeren Kreationen zu kosten. Und zwar genau hier:

Adresse: 78 Smith Street, Singapur 058972

Fazit: Zwischen glänzenden Fußgängerzonen und einem Dschungel aus Hochhäusern verbirgt sich ein wahres Juwel der Street Food Küche. Wer also einmal vor hat nach Singapur zu reisen, der soll doch bitte nicht an einem Kaugummi kauen, sondern gleich zu Herrn Chan gehen und dort seine Backenzähne trainieren.

Titelbild © Lily Banse on Unsplash
Weitere Bilder © Vitchakorn Koonyosying on UnsplashToday Online

 

 

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