Vom Fleisch zum Fisch und wieder zurück

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Im Rahmen unserer Serie „Stimmt. Stimmt nicht. Stimmt ab!“ haben wir die Behauptung aufgestellt, dass in Japan der Verzehr von Fleisch verboten ist. Das stimmt nicht so ganz. Hier folgen die Hintergründe. Viel Spaß beim Lesen!

Das Land der aufgehenden Sonne hat die Kunst der Fischverarbeitung im Laufe seiner Geschichte perfektioniert. Prinzipiell kommt in Japan kaum ein Gericht ohne Meerestiere aus. Der Klassiker unter den Gerichten heißt „Sashimi“. Dabei wird der Fisch roh und in dünnen Scheiben angerichtet. Aber warum hat sich die Verarbeitung von Fisch zu so einer hohen Kunst entwickelt?

Inoffizieller Genuss

Der damalige Herrscher Temmu erließ 675 n. Chr. das erste Gesetz, das den Verzehr von Fleisch verbot. Von Kaiser zu Kaiser wurde diese rechtliche Regelung immer wieder erneuert. Grundlage für diesen Gesetzesentwurf war die buddhistische Lehre, die das Töten von Tieren als falsch ansieht. Ab dem 10. Jh. gab es in Japan kaum jemanden, der noch Fleisch aß – offiziell. Denn bei Ausgrabungen in der Nähe Tokios wurden Knochen von Wildtieren, wie Schweine oder Vögel, aus dieser Zeit entdeckt. Auch Überreste von Hunden, Bären und sogar Affen wurden dort gefunden. Sie sind der Beweis, dass das Verbot von Region zu Region unterschiedlich aufgefasst wurde.

Fleisch für die Wirtschaft

Viele Jahre später, ab 1868, zogen westliche Einflüsse ins Land und Japan wollte zu einer Industrienation heranwachsen. Dafür sollte aber auch die Bevölkerung wortwörtlich wachsen. Denn der durchschnittliche Japaner war nicht von großer Statur. So wurde der Verzehr von Fleisch wieder offiziell gefördert. Heute kann Japan auf ein breites kulinarisches Sortiment zurückgreifen, welches durch viel Gemüse, Meeresfrüchte und Fleisch geprägt ist.

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